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Ein Tag in Cornwall

Mit 96 km/h durch die cornischen Hecken?


Ich will es gleich vorweg nehmen: Ich bin natürlich nicht nur einen Tag lang in Cornwall. Sowas überlasse ich gern den Insta-Fluencern, die sich um den Wegweiser in Land´s End für ein schnelles Foto scharen, oder sich vor den verbliebenen 3 Trümmerteilen von Tintagel Castle in Szene setzen.

Aber an einem Tag kann man schon so viel aufschnappen, was die schönsten Geschichten hergibt und mehr als Blog füllend sein kann, zumal ich so oft in Cornwall war, dass natürlich frühere Ereignisse mit einfließen.


Cornwall ist das Land der hohen Hecken
Cornwall ist das Land der hohen Hecken

Also starten wir mal durch die cornischen Hecken. Aber nicht mit 60 mph (96 km/h), obwohl diese Geschwindigkeit tatsächlich auf manchen Straßen erlaubt ist, die ich noch nicht einmal als solche bezeichnen würde. Viele cornische Straßen sind wie Bilderrahmen. Links und rechts dichte, hohe Hecken, deren Sträucher und Gewächse oben zur Straßenmitte dermaßen ausladend sind, so dass sie einen Rahmen bilden. Und Du stehst dann mit Deinem Auto mittendrin, manchmal wie eingeflochten, und fragst Dich, wie man hier denn überhaupt schneller als 30 mph schaffen soll, ohne den in den schönen Hecken brütenden Tieren mit den Felgen ans Nest zu schrappen wenn spontan ein Trecker entgegen kommt. Und das kommt in einer landwirtschaftlich geprägten Region wie Cornwall andauernd vor.


Aber der Reihe nach.

Im Flieger nach Newquay habe ich zur Überbrückung der Zeit ein Buch mitgebracht, das aber ungelesen bleibt, weil sich ein wunderbares Gespräch mit dem neben mir sitzenden Cornishman ergibt. Er bedauert sehr, dass ein Samstagsflug nach Cornwall so gar nichts für´s "Socializing" ist, das könne man besser an einem Dienstag, wenn die Flieger in der Regel leerer sind.

Aber ich rette ihm wohl seinen Tag, er gibt mir Tipps, wir reden über britische und deutsche Eigenarten und lachen viel. Seine Frage „You know where to put the clotted cream on your scone?“ beantworte ich mit einem klaren Ja.

Mir würde im Leben nicht einfallen, hier die Marmelade als oberste Schicht auf dem leckeren Gebäck zu drapieren! Ich bin doch nicht lebensmüde. Die haben hier keltische Vorfahren, diese furchtlosen, grausamen Barbaren, die abgeschlagene Köpfe am Pferd hinter sich her zogen!

Vielleicht aber haben auch nur die Römer das so gesehen, weil sie Angst vor blau bemalten Menschen mit weiß gekalkten Haaren hatten, die manchmal nackt in die Schlacht zogen. In der Tat ist das befremdlich, wenn auch vielleicht nur römische Propaganda.

Wie dem auch sei, kurzes Geschichtsintermezzo beendet, bekomme ich von meinem Flugpartner noch ein neues Wort an die Hand, das man in Cornwall häufig nutzt, und das lautet „dreckly“.

Eine Abkürzung von „directly“, was aber nicht im geringsten das bedeutet was Du und ich darunter verstehen würden. Es ist vielmehr das Pendant zum spanischen „mañana“ und bedeutet, dass man das Besprochene auf keinen Fall direkt und sofort erledigt, sondern irgendwann. „Dreckly“ halt.


Damit man auch gleich Bescheid weiß, wie das hier läuft.
Damit man auch gleich Bescheid weiß, wie das hier läuft.

Um 7:35 h landet Eurowings in Newquay.

Und da schreit es mich schon direkt als Warnsignal an, als ultimative Regel aller Regeln! Dieses Plakat. Jahaaa, ich weiß!

Am Gepäckband fragt mein Cornishman noch besorgt, ob ich als Leihwagen wenigstens einen Fiat 500 gewählt habe. Habe ich nicht, sondern Typ Ford Focus, der sich am Ende als VW Golf herausstellt. Ich denke, er hat es nur gut gemeint, um mich auf die cornischen Straßen einzunorden, doch das braucht er nicht, ich habe sie oft genug gesehen, wenn auch aus dem Reisebus und nicht selbst fahrend, aber auch das kriege ich hin.

Was man definitiv in Cornwall nicht hinkriegt wie im Reisebus ist die Aussicht. Man sieht ja nie was wegen der Hecken, und wenn ich eine schlaue Schätzung abgeben sollte, wie viele davon es in Cornwall gibt, dann würde sie lauten: 120%.

Spaß beiseite, es sind aber wirklich überall welche. Uralt, dicht, solide wie eine Wand und hoch.

Daher mein erster Tipp: Wenn Du dir denkst (wie ich heute), ich nehme mal die kleine B-Straße, die dicht an der Küste entlang läuft, um eine schöne Aussicht aufs Meer zu haben, dann bringt dich das nicht weiter, denn Du wirst das Meer die meiste Zeit überhaupt nicht sehen. Und da ich weiß, dass es immer sehr schlaue Menschen gibt, die sofort eine Strecke parat haben, bei der das aber doch geht, sei hier gesagt, dass es mir um einen allgemeinen Überblick geht, und er lautet für mich halt: Heckenland. Kein Blick aufs Meer.

Daher wähle Dir für dein Tagesprogramm ein oder zwei Punkte aus, die Du sehen möchtest, fahre dort direkt im Blindflug (wegen der Hecken natürlich) hin, parke Dich ein und mache eine schöne Wanderung entlang der Küste. Hast Du mehr von. Solch legendäre Viewpoints, Aussichtspunkte, wie in Schottland zum Beispiel, oder schöne Picknickplätze am Rande des Weges, gibt es recht wenige unterwegs inmitten der Heckenlandschaft. Wo sollten sie auch hingebaut werden? Es gibt ja keinen Platz am Straßenrand, und wenn, wird er gebraucht für die überaus wichtigen passing places, auf die auch der Tourist nicht verzichten will, denn sonst wird’s super kritisch auf den einspurigen Wegen. Wenn dann der Trecker kommt, bist Du geliefert. Eigentlich auch schon, wenn Dir ein anderer Golf entgegenkommt.


Blick vom Balkon des Cornwall Hotels
Blick vom Balkon des Cornwall Hotels

Ich sitze am Morgen bei einem wunderbaren Frühstück im Hotel "The Cornwall Estate & SPA" und habe die Ruhe weg. Das Hotel überzeugt mit absolut, und ich bin froh, es für 2027 für meine Gruppen gewählt zu haben. Kein Schnäppchen, aber für mich muss neben Landschaft und Orten halt auch noch das Hotel passen. Der Spruch "Hauptsache sauber“ ist mir für meine Gäste nicht genug, das Hotel darf auch ruhig Ambiente und Stil haben. Und das hat es hier. Es liegt in einer riesigen Parkanlage bei St Austell und besteht aus einem alten Herrenhaus, hinter dem sich in eine hohe Hecke eingearbeitet (schon wieder eine!) mehrere neue Anbauten mit raffinierter Holzverkleidung verstecken.

Der Blick von jedem Zimmer aus geht ins Grüne, es gibt jede Menge Spazierwege, Bäume, Blütenpflanzen und Gartenpracht, so dass man sich den Besuch eines cornischen Gartens eigentlich sparen könnte.

Aber das geht natürlich nicht. Wie sieht das denn aus, wenn Du nach Hause kommst und Deine Freunde Dich fragen, ob Du denn auch einen dieser traumhaften cornischen Gärten gesehen hast, und Du sagst: "Nein, ich war im Hotelgarten". Bist Du unten durch, das verstehe ich doch. Also, Gärten stehen auch noch auf meinem Programm, doch an einem anderen Tag.

Heute will ich nach Padstow. Oder nach Clovelly, oder nach Boscastle, oder nach Westward Ho! Letzteres schon allein wegen des Ausrufezeichens. Ich bin hin und hergerissen, es kommt selten vor, dass ich planlos meine Reise antrete und mir alles zehnmal anders überlege.

Wenn Du einfach nur die cornische Landschaft genießen möchtest und ein Stück den Küstenpfad gehen oder einen kleinen Fischerort bestaunen möchtest, dann kannst Du hier sehr spontan sein, denn es gibt ja nicht groß was vorauszubuchen, wie man es z.B. von anderen Zielen kennt. Da geht gar nichts mehr ohne. Das finde ich hier besser, und es ist auch nicht so, dass es gerade die Nebensaison ist, in der ich reise. Es sind schon nicht wenige Menschen hier unterwegs.


Hausverkleidung aus cornischer Keramik
Hausverkleidung aus cornischer Keramik

Padstow wird mein erster Anlaufpunkt, etwa 34 km Fahrt, also kurz. Die A-Straße ist zunächst fast wie ein Highway, super gut befahrbar. Auch die B-Straße geht gut, aber eben ohne Aussicht wegen der Hecken.

Lasse Dich nicht von Google-Streetview blenden, denn dort sehen die Hecken nicht so hoch aus. Ist auch kein Wunder, die Google-Autos haben doch diese Kamera auf dem Dach, die hoch aufragt. Die zeigt natürlich viel mehr Umfeld.

Auf den ersten Kilometern (in England natürlich Meilen) hat man aber noch etwas Weitblick und sieht von Menschenhand gemachte Berge in einem seltsamen Hellgrau und machmal weiß.

Hier sind die riesigen Porzellanerdevorkommen, aus denen unter anderem die feinen Teetassen hergestellt werden (fine bone china), aber auch Produkte für die Kosmetikindustrie. Ich stelle mir vor, dass meine Gesichtsmaske vielleicht Tonerde aus dieser Region enthalten könnte und schätze sie gerade noch viel mehr.

Alles Gestein, das kein verwertbares Kaolin enthält, wird zu Halden aufgetürmt, und so entstehen die cornischen Alpen.

In Padstow angekommen, ist der Parkplatz sehr voll, aber es gibt dennoch genügend Plätze unten am Hafen. Parken geht einfach mit diversen Park-Apps (RingGo, Just Park, Pay by phone).

Direkt hier liegt die National Lobster Hatchery, eine Hummeraufzuchtstation. Ich bleibe vor einer Infotafel am Eingang stehen, und mir kommen Dinge in den Sinn wie "Hier klonen die Hummer in Massen, um den Appetit der Seafood-Fangemeinde zu stillen. Ich hadere.

Typisch britisch ist natürlich gleich jemand vom Team zur Stelle und bemerkt, wie skeptisch ich gucke, und informiert mich über das Projekt. Also gehe ich hinein in diese Mischung aus Museum, Aquarium und Labor.


Spannende Tiere mit vielen Fähigkeiten
Spannende Tiere mit vielen Fähigkeiten

Ich kann hier gar nicht ausbreiten, was ich heute alles gelernt habe, es ist ein so spannendes Projekt. Der Grundgedanke ist, dass mehr Baby-Lobster überleben müssen, um auch das Ökosystem zu schützen. Es gibt nämlich wichtige Aufgaben, die sie in diesem System haben.

Und was ein Hummer alles kann! Ich sag nur: Bein ab, ein neues wächst. Wunderbar! Und das ist auch gut so, denn allein durch ihre Scheren kommt es bei Auseinandersetzungen oft zu unfreiwilligen Amputationen. Übrigens scheuen sie im Extremfall auch nicht davor zurück, sich gegenseitig zu fressen, was sie mir für einen kurzen Augenblick unsympathisch macht.

Dennoch adoptiere ich 4 Babylobster und werde in den nächsten 4 Monaten mit meinen Enkeln auf den Lobster-Tracker starren, bis sie endlich ausgewildert werden (Die Lobster natürlich, nicht die Enkel, die brauchen noch Jahre dafür). Dann winken wir vom Bildschirm aus und wünschen ihnen ein schönes Leben in cornischen Gewässern.

Auf daß genau diese fantastischen 4 nicht im Kochtopf landen.


Halloumi Burger, die ultimativen hand-cut chips und cornischer Apfelsaft.
Halloumi Burger, die ultimativen hand-cut chips und cornischer Apfelsaft.

Apropos Kochtopf. Ein wenig Hunger macht sich breit, so kehre ich bei Rick Stein‘s Kitchen ein, wo ich eigentlich gar nichts zu suchen habe als Vegetarierin, die auch keinen Fisch isst.

Aber es ist der Laden eines Sternekochs, es gibt einen Halloumi Burger und wieder nette Gespräche mit meinen Sitznachbarinnen, während draußen eine Vielzahl britischer Hunde ihre Versorger durch Padstow ziehen. Oder ist es umgekehrt?

Der gemeine britische Hund urlaubt in Cornwall, das habe ich schon früher festgestellt. So viele laufen hier rum und müssen Strände, Kirchen, Gärten und Ruinen bestaunen. Sie dürfen fast überall mit hin. Und wenn sie gut erzogene Menschen dabei haben, dürfen auch die eine ganze Menge.

Ich komme mir unvollständig vor ohne tierische Begleitung, nahezu wie von einem anderen Stern. Es wird wieder Zeit für einen Hund, wenn ich mich hier noch weiterhin sehen lassen will.


Mit Hund in England: Ideal.
Mit Hund in England: Ideal.

Padstow ist ein reizender Ort mit Fischerflair, obwohl heute doch viele Besucher hier bummeln und sich einiges an Menschen und Hunden durch die Gassen schiebt. Das empfindet jeder anders, doch mich stört es nicht. Es ist überschaubar, ich muss nirgendwo mit Schnappatmung in einer Schlange stehen, stolpere niemanden um und finde eine lebhafte Atmosphöre auch mal ganz schön. Einsamkeit findet sich in Cornwall auch noch genügend, und Städte, in denen so gar keiner rumläuft, sind mir auch nicht unbedingt immer die liebsten. Ein paar Geschäfte und die passenden Shopper gehören für mich dazu.

Man kann hier halt beides finden: Lebhaftes und Ruhiges.

Ich buche eine Puffin-Tour für den kommenden Samstag und werde dafür nochmal 70 km Fahrt auf mich nehmen. Große Freude, denn dann kann ich auch gleich schauen, ob meine Adoptiv-Hummer vielleicht schon einen halben Millimeter an Größe zugelegt haben.

Kinder werden ja so schnell groß! Zack, sind sie in der Meerestier-Schule und müssen sich gegen oberschlaue Doktorfische und vorlaute Nemos durchsetzen. Wenn sie dann noch von See-Igeln gemobbt werden, oh je!

Genau, oh je, denn ich schweife ab, das bringt ein relaxter Tag so mit sich. Der ist aber noch nicht zu Ende, denn ich will noch ins Hexendorf Boscastle. Brauche dringend einen neuen Besen.


Café in Boscastle
Café in Boscastle

Boscastle liegt nördlich von Tintagel und ist wesentlich ruhiger als jener Hotspot, wo es die wirklich kläglichen und kaum noch zu erkennenden Reste der Burg des legendären König Artus gibt. In einem sehr schmalen Tal zieht es sich am Flüsschen Valency und zwei weiteren entlang. Das Wort "Flüsschen" impliziert völlige Postkartenidylle und harmloses Dörfchenleben, und das ist es im Prinzip auch, doch darf man nicht vergessen, dass auch der harmloseste Plätscherbach gefährlich werden kann. So geschehen im August 2004, als bei einem heftigen Unwetter ein Regenband sechs Stunden lang über Boscastle verharrte, was für Cornwall ungewöhnlich ist, denn Regenschauer verziehen sich dort in der Regel schnell.

Der Pegelstand dieser Flüsschen stieg innerhalb von einer Stunde um 2 Meter an, und eine 4 Meter hohe Flutwelle tobte durch das Tal. Über 100 Autos und 6 Gebäude wurden in den Atlantik gerissen, Hunderte weiterer Häuser schwer beschädigt, etliche davon musste man später leider abreißen. Wenn man bedenkt, wie wenige Gebäude Boscastle überhaupt hat, ist das im Prinzip das ganze Dorf. Ich habe mir nochmal einige Filmberichte dazu angesehen, es soll eine der schlimmsten Flutkatastrophen gewesen sein, die Großbritannien je erlebt hat.


Blick vom Hafen Richtung Boscastle Village
Blick vom Hafen Richtung Boscastle Village

Nun stehe ich dort, wo ich vor dieser Flut schon einmal gestanden habe. Es sieht für mein touristisches Auge nicht viel anders aus, wurde doch das Dorf unter Beibehaltung der alten Struktur, nun inklusive mehr Flutschutz, wieder aufgebaut. Die Häuser sind eine Mischung aus weiß getünchten Cottages und größeren, erhaben wirkenden Gebäuden, hauptsächlich aus Schiefer. Schiefer, das Material der Region Nord-Cornwall, war es auch, warum der Hafen von Boscastle einst angelegt wurde. Von hier aus wurden die enormen Schiefervorkommen der Region nach Bristol und Wales verschifft.

Wie der Schiefer entstanden ist, bzw. wie überhaupt vor etwa 350 Millionen Jahren durch tektonische Kräfte gefaltet wurde, kann man auf einem Küstenspaziergang wunderbar sehen. Riesige Platten liegen da dicht komprimiert aufeinander, und ich kann mich immer nur wundern, welche Urgewalten überhaupt auf unserer Erde am Werk waren und solche Strukturen erschaffen haben. Ein wenig ehrfürchtig berühre ich auf meinem Spaziergang immer wieder das Gestein.


Boscastle Hafen
Boscastle Hafen

Eigentlich bin ich heute lauffaul und möchte nur durch das Örtchen bis zum Hafen bummeln. Ich erinnere mich an viele esotherische Geschäfte, die aber wohl nach der Flut nicht wieder eröffnet wurden. Das bestürzt mich nun nicht wirklich, dennoch tut es mir leid, dass viele dieser kleinen unabhängigen Betriebe nicht die Mittel hatten, bis zur vollständigen Wiederherstellung des Ortes zu überleben.

Es weht aber ein Hauch von Magie über Boscastle, denn das Museum of Witchcraft ist immer noch da, und die magischen Traditionen Cornwalls, sowie der tiefe Glaube an Übernatürliches sind in der lokalen Folkore tief verwurzelt und zogen seit jeher spirituelle Menschen an. Seit den touristischen Zeiten erkennt man natürlich auch, dass Hexen, Kartenleger und Kräuterheilkunde Geld ins Dorf bringen.

Heute scheinen allerdings die Hexen in den Hintergrund getreten zu sein. Einzig bei meinem leicht anstrengenden Spaziergang bis zum Willapark, wo die Küstenwache einen Posten hat, könnten in den ausgehöhlten Felsen sicher noch magische Wesen hausen, oder die eine oder andere Felsformation eine versteinerte Hexe sein. Das sagt mir meine Fantasie, und ich laufe immer weiter, weil die Landschaft einfach zu schön ist.


Blick Richtung Tintagel
Blick Richtung Tintagel

Gut, dass ich ein Fernglas dabei habe, so kann ich gut die Flug- und Landeübungen der verschiedenen Seevögel auf den vorgelagerten Inselchen beobachten. Da Boscastle und sein gesamter Küstenabschnitt vom National Trust verwaltet und gepflegt werden, gibt es am Küstenpfad alle Nase lang eine Bank, für ältere Frauen wie mich zum Ausruhen, aber einfach auch, um ausgiebig die Seeluft aufzusaugen und in die Ferne zu gucken. Was ich ausgiebig tue.


Es wechselt rasant schnell zwischen Wolken und blauem Himmel
Es wechselt rasant schnell zwischen Wolken und blauem Himmel

Tatsächlich ein wenig beseelt beschließe ich diesen angenehmen Tag und kehre zurück nach St Austell in mein gemütlich-komfortables Hotel und lasse mich von der angenehmen männlichen Navigationsstimme bis dorthin leiten. Das ist etwas, was ich selten tue, denn Navis und ich werden einfach keine Freunde mehr. Ich bin ein Kartentyp, aber eigentlich kenne ich auch die Region gut genug, um zumindest die grobe Richtung zu wissen und die Ortsnamen zuordnen zu können. Somit weiß ich im Prinzip immer in etwa, wo ich mich befinde.

Nie werde ich mich damit anfreunden können, dass ich an einem Kreisvekehr die dritte Ausfahrt nehmen soll, denn da muss ich ja neben der Beobachtung des Verkehrs und dem Fahren auf der linken Seite auch noch mitzählen!

Für mich heißt das einfach "rechts abbiegen", damit kann ich konkret etwas anfangen und biege natürlich nicht wirklich an einem Kreisel wie an einer Kreuzung rechts ab, aber mein Gehirn braucht diese andere Bezeichnung, sonst läuft das nicht. Auch wenn ich mich sehr darüber freue, dass mein navigierender Reiseleiter bei jeder Ansage auch noch ein freundliches "please" hinzufügt, fahre ich ab jetzt lieber nach den Hinweisschildern. Das wird mich auch in den nächsten Tagen entspannt durch Cornwall bringen, und ich hoffe, Du bleibst am Ball, denn es gibt sicher viel zu berichten.


In der Zwischenzeit empfehle ich Dir, meine APP "Reisebüro Quiatek" aus dem APP-Store oder dem Google Playstore herunterzuladen, denn damit geht alles viel einfacher, und Du findest dort Woche um Woche mehr wertvolle Infos rund um das Thema "Reisen".

Ich freue mich, wenn Du dich dort sogar mit Deiner Emailadresse anmeldest. Es kostet nichts und tut nicht weh.

Und was mache ich mit Deiner Emailadresse? Nichts, außer vielleicht mal einen Newsletter, aber lieber ist mir, Du schaust aktiv selbst in die App, was es Neues gibt.


 
 
 

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