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SANKTA LUZIA FESTIVAL OF LIGHT IN YORK

Ein Highlight bei einem Adventstrip nach York sind die vielen Veranstaltungen in der Kathedrale. Meine alte Freundin Roberta würde mich jetzt wieder korrigieren und sagen: "It's a minster !"

Na gut, einigen wir uns auf Münster, was es ja auch ganz offiziell ist. Aber dennoch hat es

es eine Kathedra, einen Bischofsstuhl, und geht daher als Kathedrale durch.


Während unseres Aufenthaltes fand die Luzia-Lichterprozession statt.

Wir waren noch soeben rechtzeitig unserem Dinner-Pub entkommen, um auf den letzten Drücker Plätze in der Kathedrale zu ergattern. Das lag aber nicht daran, daß uns die für diesen Spuk-Pub versprochenen Geister in Schockstarre versetzt hätten (Prostituierte, Würger und andere unheimliche Gestalten waren im Internet angekündigt worden), wir haben einfach zu langsam gegessen.

Das als "award winning" angepriesene Essen war auch wirklich lecker. Jeder war zufrieden, und wieder einmal konnten wir mit dem Vorurteil aufräumen, die Engländer könnten nicht kochen.

 

Die Kathedrale, sorry, das Münster, war voll bis auf den letzten Platz. Zu gern hätte ich übrigens einmal herausgefunden, wieviele Menschen dort hineinpassen, aber ich habe nichts gefunden.

Am Eingang stand jedenfalls schon der Chor mit den Kerzen bereit.

Die Kathedrale war noch hell, und sobald das Licht ausgeschaltet wurde, verzauberten uns die Fackeln sofort.

Da Luzia immerhin fünf große Kerzen in einem Kramz auf ihrem Kopf bis zum Altar balancieren musste, schritt der Chor in aller Langsamkeit durch das schier endlos lange Kirchenschiff und sang mit wirklich wunderbaren Stimmen das 'Santa Lucia'. Ich kannte das bislang nur als italienisches Volkslied.

Diese Version war überaus getragen und machte Gänsehaut. Und nicht nur das, ich war nicht die einzige, die ein paar Tränen verdrückt hat. Taschentücher versuchten in mehreren Kirchenbänken die Wimperntidche zu retten.

Es war einfach wundervoll!!

Das Lied, wie auch die folgenden, waren auf schwedisch.

Die Anglo-Skandinavische Gesellschaft in York fördert die Verbindung dieser Region mit den Skandinaviern. Eine friedliche Sache heute, im Gegensatz zum 9. Jahrhundert, als die Wikinger den Norden Englands plündernd und mordend heimsuchten. In York gibt es noch viele Dinge, die an die Wikingerzeit erinnern.

Allein die Bezeichnungen von Straßen (Gate), Toren (Bar) oder die Endung -by für Orte lassen diesen Teil der Geschichte spüren.

 

Nach einem kurzen, anschließenden Gottesdienst wurde der Abend mit dem gemeinsam gesungenen 'Herbei, oh ihr Gläub'gen' beendet, schwedisch und/oder englisch gesungen.

Ich hab' den deutschen Text geschmettert und fühlte mich danach mit festlicher Stimmung bis oben hin angefüllt!



Bei Tag sieht das Münster übrigens so aus. Ich liebe dieses Gebäude! Mein Favorit neben den Kathedralen von Salisbury und Exeter. Wer diese kirchlichen Gebäude mag, der muss hier herkommen.

York Minster ist übrigens eine der wenigen kirchlichen Gebäude der Welt, die eine eigene Polizeitruppe haben.

Die ganze Geschichte ist beeindruckend, und ich würde sie dir gern auf einer nächsten Reise nach Nordengland erzählen.


Merry Christmas.

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